Der Klimawandel ist eine der größten Gefahren für Leben auf der Erde. Er gefährdet die Bekämpfung von Armut und das Erreichen der Millenniumsziele.
![]() | Die Johannesburger Erklärung zu nachhaltiger Entwicklung führt klar aus: „Die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels sind bereits offensichtlich. Naturkatastrophen treten häufiger und verheerender auf, die Entwicklungsländer werden anfälliger für Krisen.“ |
Obwohl der Klimawandel ein globales Phänomen ist, trifft er besonders die armen Leute in Entwicklungsländern. Sie sind besonders stark von natürlichen Ressourcen abhängig, haben keine Absicherung und kaum Möglichkeiten, mit Klimaextremen zurecht zu kommen.
Arme Menschen leiden nicht nur an geringem Einkommen, sondern auch daran, dass sie keine Möglichkeit haben, sich gegen Risiken abzusichern. Eine Sicherung der Existenzgrundlage, wie sie gerade in der Schattenwirtschaft nicht existiert, ist aber entscheidend für die Bekämpfung von Armut.
Angesichts der Globalisierung der Wirtschaft, globaler Bedrohungen und Naturkatastrophen sind kreative Ideen gefragt. Auch für arme Menschen und Unternehmer in der Schattenwirtschaft muss es bedarfsgerechte und brauchbare Versicherungsprodukte geben.
So können sie besser mit Veränderungen und plötzlichen Belastungen fertigwerden. Seit 2002 arbeitet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen mit weiteren Organisationen und Experten der Versicherungswirtschaft an einem entsprechenden Versicherungssystem.
Im Oktober 2002 gab es bei der achten Vertragsstaatenkonferenz zum Rahmenabkommen über Klimaveränderungen einen Runden Tisch. Die Teilnehmer sprachen die Empfehlung aus, auf Mikroversicherungen zu setzen, um so Risiken zu reduzieren und die Lage armer Menschen zu verbessern.
Dies soll in Absprache mit der Versicherungswirtschaft und anderen Institutionen, die sich mit Risikomanagement befassen, erfolgen. Bei einem folgenden Workshop zu „Versicherungen und klimabedingten extremen Wetterereignissen“ bei der neunten Vertragsstaatenkonferenz wurden Teilnehmer aus pazifischen Staaten, der Karibik und aus Anrainerstaaten des Indischen Ozeans mit Versicherungsrepräsentanten und weiteren Experten zusammengebracht.
![]() | Arun Kashyap, Berater für Öffentlich-Private Partnerschaften, UNDP. (Foto: UNDP) |
Sie kamen zu dem Schluss, dass mehr öffentlich-private Partnerschaften nötig sind, um gemeinsam verschiedene Versicherungsmodelle möglich zu machen, statt nur die Einzelinteressen der Länder zu berücksichtigen.
Das Entwicklungsprogramm der VN arbeitet gegenwärtig mit dem deutschen Versicherungskonzern Allianz und mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) an einer Studie, mit der der Bedarf an Mikroversicherungen in Indien, Indonesien und Laos festgestellt werden soll.
Mikroversicherungen sollen armen Menschen helfen, sich gegen Risiken abzusichern; Unternehmensgründungen fördern und Existenzgrundlagen sichern. Weitere Ergebnisse können verstärkte Investitionen im Privatsektor und in der Infrastruktur sein, mehr Stabilität bei den breiten Bevölkerungsschichten und eine zukunftsfähige Bevölkerungsentwicklung.
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stellt für die Versicherungswirtschaft ein bedeutendes Marktpotenzial dar. Als einer der Marktführer bei Versicherungen bringt die Allianz umfassende Erfahrungen bei der Entwicklung von Versicherungsprodukten und der Finanzierung ein.
Die erste Phase der Initiative nähert sich dem Abschluss: die Analyse von Angebot und Nachfrage zu den dringendsten Absicherungen für arme Menschen in den drei Ländern. Die Berichte werden bearbeitet und ausgewertet. Zu den nächsten Schritten gehören Pilotprojekte der Allianz in ausgewählten Ländern.
Die UNDP und die GTZ wollen auf Nachfragen eingehen, die während der Pilotprojekte entstanden; UNDP wird Netzwerke in 166 Ländern nutzen, um auf die Empfehlungen aufzubauen und den Süd-Süd-Wissenstransfer zu stärken. Diese Initiative soll zu einem nachhaltigen Geschäftskonzept werden, das in Verbindung mit der Mikrofinanzierung Gemeinden stärkt und die Verwirklichung der Millenniumsziele näherrücken lässt.