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Weltweite Risiken 2010: organisiertes Verbrechen

Die Globalisierung ermöglicht direkte Kommunikation und fast unbeschränkten Austausch von Waren, Dienstleistungen und Kultur. Doch die Offenheit hat Schattenseiten: Mit den internationalen Märkten wächst auch die Zahl der grenzüberschreitenden Verbrechen.


Weltweite Risiken 2010: organisiertes Verbrechen

Mehr als Drogen

Ein Polizeibeamter geht zwischen Stapeln von Kokain-Tüten hindurch, die im peruanischen Lima verbrannt werden sollen. Bei internationalen Verbrechen geht es heute um weit mehr als Drogenhandel oder Menschenschmuggel. (Foto: Reuters)

 

Die Globalisierung hat einen bösen Zwilling: Nicht nur aufstrebende und hoch entwickelte Volkswirtschaften sind durch ein weltweites Netzwerk miteinander verbunden - auch Kriminelle arbeiten zunehmend international.  

 

Dies ermöglicht ganz neue Formen von Verbrechen: Bei grenzüberschreitender Kriminalität geht es heute um mehr als Mafia, Drogenhandel oder Menschenschmuggel.  

 

Der Marktanteil gefälschter Medikamente beispielsweise liegt bei rund zehn Prozent des weltweiten Arzneimittelumsatzes. Bei lebensnotwendigen Aids- und Krebsbehandlungen sind sie sogar führend.  

 

Unternehmen müssen sich gegen alle möglichen Arten von Internetkriminalität schützen – vom Datendiebstahl bis zu Copyright-Verletzungen. Für Wirtschaftsverbrechen wie Betrug, Steuerhinterziehung und Bestechung ist nur ein Mausklick nötig.

 

Das Weltwirtschaftsforum schätzt seinem "Global Risks Report 2010", dass die grenzüberschreitende Kriminalität zehn Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts ausmacht. 2009 belief sich die Summe auf umgerechnet 51 Billionen Euro.



730 Milliarden Euro werden jedes Jahr allein für Bestechungen aufgewandt, stellt die Weltbank fest. Sie werden als besondere Aufwendungen verbucht – fast wie eine Zusatzsteuer.  

 

Durch die Globalisierung kommt es zur Verflechtung von internationalen Verbrechen und anderen globalen Risiken: Gelder zur Terrorismus-Finanzierung beispielsweise werden oft mittels internationaler Geldwäsche beschafft.  

 

Der US Congressional Research Service, der die amerikanischen Abgeordneten mit Informationen versorgt, bezeichnet die Organisation des indischen Mafiabosses Dawood Ibrahim als Muster einer Fusion von Kriminalität und Terrorismus. Ibrahims Syndikat "D-Company" gehören rund 5000 Mitglieder an, die überwiegend in Pakistan, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten operieren.  

 

Große Firmen wie der britische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern BAE oder die Siemens AG sahen sich Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. BAE muss nun rund 327 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Regierungen und Firmen können dieser Plage nur Herr werden, wenn sie grenzüberschreitend zusammenarbeiten.  

 

Zu diesem Zweck gründete das Weltwirtschaftsforum im Jahr 2004 die Anti-Korruptions-Initiative PACI. Die Mitgliedsfirmen akzeptieren eine Reihe ethischer Geschäftsprinzipien, beispielsweise die strikte Ablehnung von Bestechung.


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So können die wirtschaftliche Globalisierung, die weltweite Aufsicht und die Rechtsprechung einander angepasst werden. Mit den legalen Schlupflöchern, die dem internationalen Verbrechen zur Blüte verhelfen, wäre es dann vorbei.

 

Autor: Bettina Fachinger

Veröffentlicht am: 24. Februar 2010

 
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